Zwangspause in La Palma

Ohhhmmm, wir kommen zur Ruhe. Der Alarmzustand, Link zum Beitrag, hat zur Folge das Segeln / Ortwechsel erst einmal nicht realistisch ist. Unsere Segelyacht “Desiderata” wird nun dauerhaft umsorgt. Alle Baustellen werden abgearbeitet und sie blitzt und blinkt wie selten zuvor.

Wir nutzen die viele freie Zeit zum Lesen, Pläne schmieden, Kontakt mit Freunden und Verwandten. Einmal sind wir in der Marina schwimmen gegangen (aufgrund der wenigen Yachten ist das Wasser extrem sauber und klar). Ich lerne gerade Gitarre und habe festgestellt das meine Hände und Finger sehr ungelenk sind. Doro macht gute Fortschritte in Spanisch. Abends sitzen wir im “Wohnzimmer ” vor unserem 65 Zoll Fernseher 😉 und schauen Filme und Serien.

Unser holländische Nachbar Peter hat zu der Sitation hier auch einen Bericht geschrieben. Sehr interesant da er eine andere Sichtweise auf die Geschehen hier hat. Link zum Artikel, unter Chrome kann man ihn übersetzen lassen)
Peter, Nienke und Fleuer (ihr Hund) wurden von der niederländischen Regierung zwangsgerettet. Steigt ins Flugzeug sonst habt ihr keine Krankenversicherung mehr. Jetzt warten Sie auf eine Lockerung damit sie auf ihren Katamaran zurückkehren dürfen. Sieht aktuell nicht gut aus. Wird noch etwas dauern.

Hartmut und Rita von der Kirke, Link, sitzen in Marocko fest. Sie warten auf eine Lücke im Alarmzustand um schnell zu den Kanaren zu Segeln. Aktuell sind sie ausserhalb des Schengen-Raums. Wir sind gespannt wann Sie wieder daheim in Europa sind. Link zur Webseite der Kirke.

Abschliessend der Wetterbericht: Santa Cruz ist auf der regenreichen Nordost Seite der Insel. Es regnet häufig aber wenig an Menge und es ist fast immer warm. Sehr angenehm. In Deutschland wurden unsere Temperaturen im April schon getoppt. Der Atlantik mässigt die Temperaturen im Sommer wie im Winter. Ein Traum.
Bilder sind anklickbar (Galerie)

2 comments

  1. Hallo liebe Doro und lieber Mark!

    Ist das nicht komisch? Ich habe lernen müssen, Menschen aus dem Wege zu gehen obwohl sie mir sympathisch sind. Was auch bisher schon nicht so leicht war, mit Menschen Kontakt zu halten, ist noch viel komplizierter geworden. Ich muss darauf achten, dass sich andere nicht vor meiner Nähe fürchten.
    In den Altenheimen sind die Gemeinschaftsräume geschlossen und die Bewohner bleiben allein auf ihren Zimmern bis sie tot sind. Und das soll ihr Schutz sein.
    Auf Abstand treffen wir gelegentlich unsere kleinen Enkel. Sie freuen sich und kommen auf uns zu, stoppen kurz vorher weil sie gelernt haben, doch wir sehen ihre stille Sehnsucht nach Nähe und Zärtlichkeit. Wir spielen Nachlaufen ohne Fangen. Weil sie nicht in die Kita oder Schule dürfen können sie vertraute Beziehungen nicht leben und haben so lose Wurzeln.

    Eines stimmt auf jeden Fall: Die Gesellschaft ist entschleunigt, vor allem emotional. Die Wirtschaft wird sich erholen, Fragen der Umwelt, Gesundheit und Ethik dem Aufschwung opfern.
    Die Menschen werden länger brauchen und Emotionales lässt sich kaum nachholen. Auch unsere Enkel werden in einer längst anderen Lebensphase und damit ärmer sein. Und die beschützten Alten haben vielleicht ihre Lieben schon verpasst und wir auch sie.
    Ich habe an dieser “Entschleunigung” keine Freude. Eine innere Einsicht liegt ihr nicht zugrunde. Es ist kein gesellschaftlicher Wandel.

    Aber große Freude habe ich daran, wie ihr beiden mit den augenblicklichen Einschränkungen umgeht. Das ist ganz große Klasse.

    Ich wünsche euch eine recht bald offene und einladende Welt.

    Liebe Grüße
    Peter

    • Hallo lieber Peter,
      das ist keine leichte Zeit. Bevor die Krise richtig in Fahrt kam habe ich ernsthaft überlegt eine einsame Stelle anzusteuern und dort zu Übercoronan (Verb gebildet aus überwintern). Mit etwas Vorplanung wäre dies mehrere Monate ohne Ansteckungsrisiko gegangen. Desi ist sehr autark. Aber wäre diese Zeit wirklich schön gewesen bzw. wie gross ist das Risiko? Ich habe das Risiko vor Anker bei potentiell schlechtem Wetter höher eingestuft als mit ein paar Leuten in der Marina zu sein. Wir haben es bisher nicht bereut. Die Sozialkontakte fehlen uns schon sehr aber natürlich auch die Möglichkeit der Bewegung. Die Probleme, speziell bei den älteren Menschen, sind sehr real aber ich wüsste keine bessere Alternative. Ich bin froh das die meisten Regierungen bisher im Sinne dem Recht auf körperliche Unversehrtheit der Einwohner entscheiden. Bei den ganzen Lobbyisten in z.B. Berlin ist das sicher nicht einfach. Natürlich muss die Wirtschaft wieder hochgefahren werden aber ich hoffe ohne zu hohe Risiken.
      Wir haben vor ein paar Tagen einen Bericht über Ecuador im ZDF gesehen…sehr hart und allen empfohlen. Wenn ich solche Bilder sehe ärgere ich mich über Verschwörungstheorien welche den Regierungen niedere Ziele unterstellen. Es gibt Beispiele für Länder welche zu spät (USA) oder gar nicht runter gefahren haben (Schweden mit geringer Bevöllkerungsdichte 1/12 von Deutschland und gutem Gesundheitssystem). Die Zahlen sind glaube ich bekannt.
      Ich drücke uns auch für die Zukunft die Daumen das mit Augenmaß und akzeptablen Risikobewusstsein entschieden wird.
      Das Jahr 2020 wird meiner Meinung nach der Beginn einer neuen Ära sein. Vieles wird sich ändern…hoffentlich vieles zum Besseren.
      Die kleinen Freuden, einen geliebten Menschen in den Arm zu nehmen hat auf jeden Fall einen neuen, höheren Stellenwert erhalten. Ich bin Optimist. Die Kontakte mit unseren Liebsten sind zwar nur virtuell aber sehr intensiv und sehr häufig.
      Vorher war vieles Selbstverständlich was nun wertvoll geworden ist (nein ich Rede nicht von Klopapier:-))
      Dies wird auch bei der jüngeren Generation Spuren hinterlassen…vieleicht werden Whatsapp, Facebook und Co. , so wichtig sie in der Krise sind, nicht mehr die einzigen Sozalkontakte der Jugend sein. Einen Menschen live zu sehen und zu spüren ist halt nicht zu ersetzen. Bilder das junge Menschen im Kaffee sitzen, sich nicht anschauen weil jeder auf seinem Handy dödelt sind dann eventuell seltener.

      Wir können hoffentlich nach dem 2. Mai zusammen eine Stunde je Tag die Marina verlassen. Das wird bis zur letzten Minute ausgekostet.
      Seid lieb gedrückt, wir vermissen euch und wünschen euch alles Gute.
      Doro & Mark

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